Das offizielle Archiv 7. Oktober 1946  ·  21. Juni 2007
1946  ·  2007

Adler Im Wind

Hörbeispiel

In der klanen Kammer unterm Dach
sitz in in der Finstern und denk nach,
und es is spät.
In mein Hirn rennt si der Motor haaß,
weul i irgendwie ned wirklich waaß,
wia's weitergeht.
I möcht dort sein, wo der Himmel ganz hoch is
und wo der Adler seine Kreise ziagt.

Heute fühl i mi so heimatlos,
und die Sehnsucht wird so riesengroß.
I halt's kaum aus,
wo i sein wü, na, dort bin i ned,
wo i bin, is alles leer und öf.
I fühl mi nirgends z'haus,
aber erst, wann ma nix mehr zum Verlieren hat,
dann is ma endlich wieder wirklich frei.

Un i g'spiar, i muaß no dableiben,
aber irgendwann amoi fliag i wia a Adler im Wind.

Na, die letzten Jahre warn ned leicht,
eigentlich hab i an Dreck erreicht,
trotz alledem.
Andere hams wahrscheinlich g'scheiter g'macht,
und hams warm in aner kalten Nacht,
scheh gmiatlich und bequem,
aber i bin i und die san die andern,
und kana kann dei Leben leben für di.

Und i g'spiar, i muaß dableiben,
aber irgendwann amoi fliag i wia an Adler im Wind,
wia a Adler im Wind,
wia a Adler im Wind.