Das offizielle Archiv 7. Oktober 1946  ·  21. Juni 2007
1946  ·  2007

Es blutet und es tut nicht weh

Hörbeispiel
Ich ging zu den Zigeunern, draussen vor der Stadt unten an dem kleinen See spitzer Stacheldraht, der mich zerstochen hat doch ich blute und es tut nicht weh die Männer waren fort, die Frauen waren da und sie sagten: „Mach dich weg, und geh!“ eine nahm ein Messer, doch ich sagte: „Lass es besser! denn ich blute, doch es tut nicht weh!“ und sassen um das Feuer und der Himmel war so alt und ich wollte mich erwärmen doch es liess mich Alles kalt! Ein Mädchen kam heraus, ich zog den Atem ein sie sah aus wie Rosen auf dem Schnee sie schaute her zu mir, ich schaute hin zu ihr und ich blutete, doch tat’s nicht weh sie zog einen Ring hervor und hielt ihn mir an’s Ohr und ich fand es eine gute Idee und ich sagte: stich! doch sie warnte mich: es blutet und es tut dir weh! als sie mir den Ring ins Ohr stach, hielt ich sie bei ihrem Arm sie lachte nur und sprach von kalten Füssen doch mir wurde langsam warm, ja So gingen wir ein Stück, ich schaute nicht zurück, weil ich immer nur nach vorne seh‘ und es war sehr still, nur mein Herz war laut und es blutete und tat ein wenig weh die Männer kamen dann und fanden uns sehr bald unten an dem kleinen See einer schlug mich mit der Hand, ich fiel in den Sand und es blutete und tat sehr weh und sie spannten ihre Pferde an, eines schwarz, das andere weiss und sie fuhren in den Abend der war kühl und ich war heiss, ja heiss