Das offizielle Archiv 7. Oktober 1946  ·  21. Juni 2007
1946  ·  2007

Gaudenzdorfer Gürtel 47

Hörbeispiel
Am Gürt'l staut si' da Berufsverkehr i hör a Straßenbahn von weit weit her i steh beim Fenster und bin 14 Jahr' und hättert so gern lange Haar' die Sunn geht unter hinter'm Nachbarhaus mei' Vater rechent si' sei' Taschengeld aus mei' Mutter kummt grad von da Arbeit ham und i verlier' mi' in an Tram Aber na, i bin ned traurig bin nur a bissl stüh und i tät so gern was machen nur i waß ned was i wüh aber trotzdem gspür' i deutlich: es fangt grad was Neues an des g'hört mir, a wann i's ned begreifen kann Der Himmel dehnt si so unendlich weit der Sommer spinnt a Netz aus leerer Zeit i les' a Buach, des i no ned versteh und irgendwia tuat alles weh i hab a Radl, des is no aus'n Kriag und wann i damit durch die Gass'n fliag bin i so frei wia a verirrte Taub'n und möcht an alles Guade glaub'n Aber na, i bin ned einsam i bin nur a Einzelkind und i fahr mit mir gemeinsam um die Wett' geg'n Reg'n und Wind aber trotzdem waß i sicher: es fangt grad was Neues an des g'hört mir, a wann i's ned begreifen kann Aber na, i bin ned ängstlich, weu i hab a Grundvertrau'n dass wem gibt, der's mit mir guad mant und der wird scho auf mi' schau'n und tiaf drinnen bin i sicher es fangt grad was Neues an des g'hört mir, a wann i's ned begreifen kann ...